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Immer häufiger sehen sich Christen in Videos, Podcasts und Social-Media-Beiträgen mit der Behauptung konfrontiert, die Bibel lehre eine „flache Erde“. Und tatsächlich finden sich in der Bibel Begriffe wie „Der Kreis der Erde“ und „Die Enden der Erde“, die diese Vorstellung zu bestätigen scheinen. Auch der Begriff „Feste” oder „Firmament”, der in manchen Bibelübersetzungen verwendet wird, scheint die Vorstellung einer Art fester Kuppel, die über einer „flachen Erde” gestülpt ist, zu unterstützen. Doch ist dies wirklich der Fall? Handelt es sich bei dieser Interpretation des biblischen Texts wirklich um eine ausgewogene Auslegung? Legt sich die Schrift überhaupt auf ein bestimmtes physikalisches Weltmodell fest?

Abgesehen davon, dass rund 100 Bibelstellen direkt von der Thematik betroffen sind – die indirekt betroffenen Bibelstellen sind dabei noch nicht mitgezählt –, hat das angesprochene Thema noch aus einem anderen Grund eine sehr große Bedeutung. Die Heilige Schrift fordert nämlich eine ausgewogene Auslegung. Eine solche Auslegung ist aber nur möglich, wenn wir weder zu wörtlich noch zu bildlich auslegen. Grundsätzlich gilt, dass jeder Text – sei es die Bibel oder ein beliebiges anderes Buch – zuerst einmal wörtlich ausgelegt werden muss. Nur wenn es Anhaltspunkte im Text gibt, die eine wörtliche Auslegung ausschließen, sollte zu einer bildlichen Auslegung übergegangen werden. Dies nennt man die „Goldene Regel der Auslegung“: „Wenn der einfache Sinn der Schrift dem gesunden Menschenverstand entspricht, suche keinen anderen Sinn. Nimm daher jedes Wort in seiner primären, gewöhnlichen, üblichen, wörtlichen Bedeutung, es sei denn, die Fakten des unmittelbaren Kontexts deuten im Lichte verwandter Passagen und grundlegender Wahrheiten eindeutig auf etwas anderes hin.” Die „Goldene Regel der Auslegung“ besagt also, dass der Kontext bzw. der Textzusammenhang zu beachten ist. Dieser entscheidet darüber, ob man bei einer rein wörtlichen Auslegung bleibt oder einen anderen Sinn sucht. Die Goldene Regel ist keine von außerhalb der Heiligen Schrift stammende Idee, sondern wird von dieser sogar geboten. In 2. Timotheus 2,15-17a lesen wir: „Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt. Die unheiligen, nichtigen Schwätzereien aber meide; denn sie fördern nur noch mehr die Gottlosigkeit, und ihr Wort frisst um sich wie ein Krebsgeschwür.“ Paulus warnt hier vor Irrlehrern, die das Wort Gottes verdrehen und deren Irrlehre wie ein Krebsgeschwür um sich frisst. Er sagt, dass wir das Wort Gottes „recht teilen“ sollen. Im Griechischen steht dafür das Wort „orthotomeo“, was wörtlich „geradlinig schneiden“ bedeutet.

Es werden Argumente untersuchen, die häufig als biblische Begründung für die Vorstellung einer „flachen Erde” angeführt werden. Halten sie einer genauen Prüfung stand?